Über viele Jahre wurden Anleihen als „langweiliger Rentenanteil“ belächelt. Seit dem Zinsanstieg der letzten Jahre spielen sie wieder eine ernsthafte Rolle – gerade für Anleger, die die Volatilität ihres Portfolios dämpfen möchten.
Welche Rolle Anleihen im Depot spielen
Anleihen erfüllen drei Funktionen: sie liefern laufende Erträge, sie dämpfen Kursschwankungen des Aktienanteils und sie bewahren – bei kurzer Duration – Kapital vor stärkeren Verlusten.
Bausteine für das Anleihen-Portfolio
- Kurzlaufende Staatsanleihen (Bundesanleihen, US-Treasuries): Kapitalerhalt und Liquidität.
- Globale Investment-Grade-Unternehmensanleihen: höhere Rendite bei moderatem Risiko.
- Global aggregierte Anleihen-ETFs: One-Stop-Lösung mit breiter Streuung.
- Inflationsindexierte Anleihen: gezielter Kaufkraftschutz.
Wie viel Anleihe darf es sein?
Eine klassische Faustregel: Der Anleiheanteil entspricht ungefähr dem eigenen Alter. Wer 40 ist, hält 40 Prozent Anleihen und 60 Prozent Aktien. Modern gilt diese Regel als grobe Orientierung; die persönliche Risikotragfähigkeit ist wichtiger als jede Formel.
Kosten und Auswahlkriterien
Bei Anleihen-ETFs zählen TER, Fondsvolumen, Tracking Difference und die Zusammensetzung nach Bonität und Laufzeit. Prüfen Sie zusätzlich, ob der Fonds Kupons ausschüttet oder thesauriert – für die Steuerplanung relevant.
Zinsänderungen und Ihre Reaktion
Bei Zinserhöhungen sinken die Kurse länger laufender Anleihen. Wer diese Bewegung aushält oder in eine Kombination aus kurzen und mittleren Laufzeiten investiert, reduziert die Sensitivität deutlich.
„Anleihen sind kein Ersatz für Aktien – aber sie sind die stille Kraft, die viele Portfolios in den entscheidenden Momenten stabilisiert.“
Praxis-Portfolio: Beispiel
| Baustein | Anteil | Zweck |
|---|---|---|
| Kurzlaufende Bundesanleihen-ETF | 40 % | Liquidität, Kapitalerhalt |
| Globale Investment-Grade-ETF (€-gehedged) | 40 % | Rendite, Bonitätsstreuung |
| Inflationsindexierter Anleihen-ETF | 20 % | Kaufkraftschutz |



