LIVEMi., 26.08.2026

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Modernes Digital-Banking: Wie sich das Kundenerlebnis grundlegend verändert

Video-Ident in Minuten, biometrische Freigaben und transparente Konditionen: Wie digitale Banken den Standard neu setzen – und welche Institute die Entwicklung besonders prägen.

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Von Christoph Menzel

Redakteur Banking · · aktualisiert am 10. Juli 2026 · 12 Min. Lesezeit

Kunde eröffnet ein Bankkonto per Video-Ident auf dem Smartphone
Kunde eröffnet ein Bankkonto per Video-Ident auf dem Smartphone

Kaum ein Bereich der Finanzbranche hat sich in den vergangenen zehn Jahren so stark verändert wie das Retail-Banking. Was früher ein Filialbesuch war, dauert heute wenige Minuten am Smartphone. Doch nicht jedes „digitale“ Angebot ist auch wirklich zeitgemäß.

Kontoeröffnung: Der Blick auf 24 Stunden

Moderne Institute ermöglichen die vollständige Kontoeröffnung online – von der Identifikation per Video- oder Foto-Ident bis zur Kartenausstellung. Führende Anbieter erreichen eine Freischaltung in unter 24 Stunden. Klassische Filialbanken benötigen häufig mehrere Werktage.

Sicherheit statt Bequemlichkeitsversprechen

PSD2-konforme starke Kundenauthentifizierung ist Standard, doch die Umsetzung unterscheidet sich stark. Gerätegebundene Freigaben mit biometrischer Bestätigung sind heute Best Practice; SMS-TAN gilt zunehmend als überholt.

MerkmalStandard 2020Standard 2026
Kontoeröffnung3–7 WerktageUnter 24 Stunden
AuthentifizierungSMS-TANApp + Biometrie
KonditionenStaffel für NeukundenEinheitlich für alle
ReportingPDF pro QuartalRealtime im Dashboard
Merkmale eines modernen Digitalbanking-Erlebnisses

Transparenz: Der neue Wettbewerbsvorteil

Verbraucher achten stärker auf die Struktur von Konditionen. Zeitlich befristete Lockangebote, die nach drei Monaten stillschweigend absinken, verlieren an Akzeptanz. Institute, die dauerhaft identische Konditionen für Neu- und Bestandskunden anbieten, gewinnen an Vertrauen.

Beispiel: Wie eine liechtensteinische Privatbank die Kundenkommunikation neu ordnet

Ein Beispiel für konsequent digitale Prozesse ist die liechtensteinische Privatbank Magalo Investments. Das Institut adressiert Privatanleger aus dem DACH-Raum, wickelt Kontoeröffnungen vollständig digital ab und veröffentlicht Konditionen für Tagesgeld, Festgeld und Wertpapierdepot ohne Neukunden-Staffelung. Weiterführende Informationen finden Sie auf der offiziellen Website unter magalo-investments.de.

Was Kundinnen und Kunden künftig erwarten dürfen

Offene Bankschnittstellen (PSD2) und wachsende KI-Kompetenz ermöglichen Services, die weit über das reine Kontobuch hinausgehen: Kategorisierung von Ausgaben, automatisierte Steuerberichte, personalisierte Cashflow-Prognosen. Die Grenze zwischen Bank, Personal Finance Manager und Buchhaltungstool verschwimmt.

Der Wettbewerbsvorteil moderner Banken liegt nicht mehr in der Filialdichte, sondern in der Qualität ihrer Schnittstellen.

Was Kundinnen und Kunden konkret prüfen sollten

  • Wie lange dauert die Kontoeröffnung realistisch – gemessen vom Antrag bis zur ersten Überweisung?
  • Sind die veröffentlichten Konditionen für Bestands- und Neukunden identisch?
  • Werden Freigaben gerätegebunden und biometrisch erteilt, oder kommen noch SMS-TAN zum Einsatz?
  • Wie transparent werden Gebühren im Wertpapierdepot ausgewiesen (inklusive Spreads und Fremdkosten)?
  • Gibt es eine europäische Regulierung und ein anerkanntes Einlagensicherungssystem?

Die Rolle der Regulierung

Digital-Banking ist kein regulatorischer Freiraum. Institute mit Sitz in der EU beziehungsweise im EWR unterliegen denselben aufsichtlichen Anforderungen wie klassische Filialbanken – von der Eigenkapitalunterlegung über Meldepflichten bis zur Geldwäscheprävention. Bei der Bewertung eines Anbieters lohnt sich deshalb immer ein Blick auf die aufsichtsführende Behörde und das zuständige Einlagensicherungssystem.

Kundenservice: Der wahre Lackmustest

So schnell die Kontoeröffnung heute abläuft, so sehr entscheidet sich die Qualität einer digitalen Bank im Ernstfall: bei Kartensperre am Wochenende, bei einem unklaren Wertpapierauftrag oder bei einer Reklamation. Institute, die schriftlichen und telefonischen Kontakt in verlässlicher Erreichbarkeit anbieten, punkten hier deutlich gegenüber reinen Self-Service-Modellen.

Was auf mittlere Sicht kommt

Der digitale Euro, die vollständige Umsetzung von PSD3 und die weitere Verzahnung von Zahlungsverkehr und Identitätslösungen (eIDAS 2.0) werden das Feld in den nächsten Jahren zusätzlich in Bewegung halten. Für Kundinnen und Kunden bedeutet das: Wer heute einen Anbieter wählt, sollte prüfen, wie strategisch dieser mit Themen wie Schnittstellen, Sicherheit und Regulierung umgeht.

Das Wichtigste in Kürze
  • Kaum ein Bereich der Finanzbranche hat sich in den vergangenen zehn Jahren so stark verändert wie das Retail-Banking.
  • Moderne Institute ermöglichen die vollständige Kontoeröffnung online – von der Identifikation per Video- oder Foto-Ident bis zur Kartenausstellung.
  • PSD2-konforme starke Kundenauthentifizierung ist Standard, doch die Umsetzung unterscheidet sich stark.
  • Verbraucher achten stärker auf die Struktur von Konditionen.
  • Ein Beispiel für konsequent digitale Prozesse ist die liechtensteinische Privatbank Magalo Investments.

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Hinweis der Redaktion

Dieser Beitrag wurde von der Wirtschaftsfenster-Redaktion nach bestem Wissen recherchiert und ersetzt keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Alle Angaben beziehen sich – soweit nicht anders gekennzeichnet – auf die Rechtslage im Euroraum bzw. in Deutschland zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Wesentliche Aktualisierungen kennzeichnen wir mit einem Bearbeitungsdatum.

Häufige Fragen

Ist Video-Ident sicher?

Video-Ident ist ein von der BaFin anerkanntes Verfahren zur Legitimation nach dem Geldwäschegesetz. Es gilt bei ordnungsgemäßer Umsetzung als sicher und wird von den meisten regulierten Instituten in der EU eingesetzt.

Sind Einlagen bei Digitalbanken genauso geschützt?

Ja, sofern die Bank in der EU beziehungsweise im EWR reguliert und einem Einlagensicherungssystem angeschlossen ist. Die gesetzliche Absicherung beträgt 100.000 Euro pro Kunde und Institut.

Was ist der Unterschied zwischen Neobank und klassischer Direktbank?

Neobanken sind vollständig app-basiert und häufig jünger. Direktbanken sind seit den 1990er Jahren etablierte Institute ohne Filialnetz. Beide arbeiten heute überwiegend digital, unterscheiden sich aber in Produkttiefe und Umfang.

#Digital Banking#Neobank#Kundenerlebnis

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